Schulgarten

Schulgarten? Wo soll der sein?

Vor nunmehr zwei Jahren begann der damalige Differenzierungskurs Biologie (Schuljahre 11/12 und 12/13) unter der Leitung von Herrn Weiler ein wahres Mammutprojekt anzugehen.

Das St. Michael Gymnasium verfügt über einen - versteckt zwischen Kunstraum und der Delle erhöht gelegenen - Schulgarten. Seit einigen Jahren wurde dieser nur noch sporadisch genutzt und sah auch entsprechend aus. Nun sollte er also wieder zum Leben erweckt werden.

 

Erste Aktion: Roden, Schaufeln, Schaufeln, Schaufeln

Gemeinsam wurde ein Plan entwickelt, wie der Garten denn aussehen könnte. Für die Umsetzung dieses kühnen Plans wurden nach einer radikalen Rodung und einer tiefgreifenden Beseitigung von z.B. Wickenwurzeln - jeder Gartenbesitzer weiß wie hartnäckig Wicken sind - mehrere Kubikmeter Erde von Hand bewegt, so dass aus der einstigen Schräge nun eine nahezu plane Terrasse wurde. 

Im Zuge der Rodung kamen dann weitere Probleme hinzu. So hatte das allgegenwärtige Efeu inzwischen den Stadtmauerteilen, die den Schulgarten zur Delle hin begrenzen derart zugesetzt, dass ganze Steine und die Krone große Schäden aufwiesen. Im Jahr der Stadtmauer konnten wir zum Glück erreichen, dass die Stadt sich dieser Problematik annahm.

Nach der Großaktion mussten wir erst das Anwachsen der "Unkräuter" abwarten, um auch noch die letzten Wurzeln zu beseitigen.

 

Zweite Aktion: Helfer, Spenden, Wohlwollen

Durch die Mithilfe einiger Eltern und der Unterstützung von Herrn Neft, konnten wir Materialien anschaffen und beginnen erste Projekte umzusetzen. Alle Projekte lagen in ihrer Konzeption und Umsetzung in Schülerhand. Diese haben richtig angepackt und ihre Projekte zügig umgesetzt.

Zum Beispiel entstand - Steine haben wir wahrlich genug gefunden - eine Kräuterspirale. Andere bauten ein großes Insektenhotel, diverse Beete und eine Rasenfläche, die als Erholungsecke dienen sollte. Es kam aber anders.


Hürden

Laaange hatte sich keiner mehr richtig um den Schulgarten gekümmert. Inzwischen hatten sich auch einige sicherheitsrelevante Neuerungen ergeben. So mussten wir eine Leiter mit Handlauf anbringen, damit die Schüler auch unbeschadet den Garten erreichen können. Aus ähnlichen Gründen war es auch erforderlich eine Leiter/Treppe zu konstruieren, die es uns ermöglichte durch das Fenster in den Schulflur und auch hinaus zu klettern. Auch hier hat sich ein Schüler mit seinem Vater bereit erklärt mich an einem Wochenende zu unterstützen.

Dieselben waren es auch, die mir halfen den alten maroden Zaun durch einen neuen zu ersetzen. Das hört sich zunächst einfach an. Wenn man aber berücksichtigt, dass man im Grunde keinen Spaten verwenden kann, weil es sich am Rande eher um eine Schüttung aus Kieseln, Bruchstein und Abbruchmüll handelt, sieht das schon anders aus. Nach mehreren Treffen und einer Palette Fertigbeton stand dann der neue Zaun felsenfest. Nun kann da zumindest keiner mehr herunterfallen.

Interessant war auch die ein oder andere Begegnung mit den Nachbarn, die sich - gelinde gesagt - nicht uneingeschränkt mit uns über das neue Kleinod freuen konnten.

 

Und weiter gehts...

Inzwischen die erste Ernte - es gab Kartoffelsuppe für die Kollegen - und den ersten Winter überstanden ging es im neuen Jahr frisch ans Werk mit neuen Projekten. Ein Gewächshaus sollte her. Wie gut, dass sich ein Vater fand - seines Zeichens Messebauer -, der uns mit Material für die Konstruktion versorgen konnte.


Auch fand sich eine Gruppe, die es sich tatsächlich in den Kopf gesetzt hatte den alten und lecken Teich zu sanieren. Also ersteinmal alles raus. Geruchlich keine Offenbarung. Dann die alte Folie entsorgen. Im Anschluss sollte der Teich dann tiefer gebuddelt, vermessen, geplant und betoniert werden. Hier half uns ein Ehemaliger in spe mit seiner Laserwasserwaage und einer Menge Erfahrung im Teichbau. Allein, dazu kam es nicht. Das Abitur, schlechtes Wetter und die ungeheure Masse an zu bewegendem Material, das ja auch per Container entsorgt werden wollte, machten uns einen Strich durch die Rechnung.

Dennoch haben diese zwei Jahre den Garten wie einen Phönix aus der Asche neu erstehen lassen. Etwas, was ich so nicht zu hoffen gewagt hätte, was dank der Motivation und Hilfsbereitschaft der Beteiligten - Schüler, Eltern, Herr Neft, Herr Honert, Angestellte der Stadt und des Bauhofs, um nur einige zu nennen - aber letztlich Wirklichkeit wurde.

 

Inzwischen...

gibt es einen neuen motivierten Diffkurs, der auf der großartigen Vorarbeit der Vorgänger aufbauen konnte. Auch dieser Kurs arbeitet aktuell an sehr ehrgeizigen Projekten. Der Teich wird gerade betoniert und ist fast fertig. Auch wird sein Rand komplett mit Betonringen eingefasst, so dass in Zukunft Schüler rund um den Teich laufen können, ohne hineinzurutschen oder Erde einzutragen.

An der Ostwand haben einige einen Graben angelegt, der ein Fundament werden wird, auf dem dann eine Mauer hochgezogen wird, um ein richtig großes Hochbeet anzulegen, das man bequem in Hüfthöhe bearbeiten kann. Inzwischen sind hierfür ca. 4 m³ Erde bewegt worden. Kies, Beton und Steine sind - dank einer Spendenzusage eines Vaters - nach den Ferien zu erwarten.

Es tut sich was. Ein Blick - am besten durch das Fenster am Kunstraum im Obergeschoss - lohnt sich.