Time-Out-Raum

Time-Out-Raum

Am St. Michael-Gymnasium sind wir stets darum bemüht, den Unterrichtsalltag zu optimieren und möglichst guten Unterricht zu gewährleisten.

Ein zentrales Anliegen der Schule ist es, ein angenehmes, produktives Lernklima zu schaffen, das auf Respekt, Toleranz und Lern- und Leistungsbereitschaft fußt, in dem sich Lehrer wie Schüler wohl fühlen und engagieren können.

Im alltäglichen Miteinander so vieler Menschen kommt es aber auch zwangsläufig zu Schwierigkeiten und Konflikten, die mitunter auch die Unterrichtsatmosphäre dauerhaft belasten und stören können. Dies stellt dann schnell ein Problem für eine ganze Gruppe dar und beeinträchtigt Unterricht gravierend – zu Lasten einer unbeteiligten Mehrheit.

Wir haben im letzten Schuljahr ein neues Instrument erfolgreich erprobt und nun fest im Schulprofil verankert, das dann greifen soll, wenn eine Konfliktsituation nicht schnell und anders gelöst werden kann.

Bei andauernden Störungen wird der Verursacher in den so genannten T-Raum (Time-Out-Raum) geschickt, in dem sein Erscheinen von der beaufsichtigenden Lehrkraft protokolliert wird. Im T-Raum soll er sich nun dem Problem stellen und zum Sachverhalt Stellung beziehen. Diese Phase soll mindestens 15 Minuten dauern, damit die Schülerin/der Schüler zur Ruhe kommen kann und die Möglichkeit findet, mit Abstand eine Einschätzung seines Verhaltens vornehmen zu können. Ziel ist ein reflexives, selbstkritisches Auseinandersetzen mit dem Vorfall und dem Verhalten, in der Hoffnung, zukünftig eine Verhaltensänderung zu erzielen.

Diese Ausführungen werden archiviert und in Kopie auch den Eltern zugesendet, die um eine Rückmeldung an den Klassenlehrer gebeten werden. Wir setzen hier auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule, zum Wohle des Kindes.

Verpasster Unterrichtsstoff ist selbstverständlich nachzuarbeiten.

Bei mehrfachem Besuch des beaufsichtigten T-Raums wird automatisch eine Disziplinarkonferenz einberufen, da dann ganz augenscheinlich ein dauerhaftes Problem besteht, sich den unterrichtlichen Gegebenheiten und Anforderungen fügen zu können.

Ausdrücklich sei angemerkt, dass der Raum nicht als Disziplinierungsmaßnahme eingerichtet wird, sondern im Gegenteil dem weitaus größten Teil der Schulgemeinde als Hilfe dienen soll, dem so gewährleisteten Unterricht folgen zu können.

Bei der Qualitätsanalyse des Landes NRW im letzten Schuljahr wurden das außerordentlich gute Lernklima und die positive Atmosphäre der Schule festgestellt und gelobt. Wir wollen nun mit dem T-Raum den Unterrichtsalltag punktuell weiter verbessern und mit diesem, an vielen Schulen erfolgreich umgesetzten Projekt, auch zukünftig ein förderliches Miteinander gewährleisten.

Michael Mombaur