Reiseversicherung

Reiseversicherungen



Eltern-Information zum Thema Reiserücktritt und Reiseversicherungen:

Die Organisation und Abwicklung von Klassenfahrten durch die Schule entlastet die Eltern nicht von der allgemeinen Haftung, da durch die schriftliche Anmeldung für eine Fahrt die Schule zu einer verbindlichen Vertretung ermächtigt wird. Wir empfehlen deshalb, sich gegen einige dieser Risiken selbst oder gemeinschaftlich über die Schule zu versichern. Um Ihnen einen Überblick über das Angebot der Versicherer und die entstehenden Kosten zu geben, bieten wir Ihnen im folgenden einen kurzen Auszug aus Artikeln der Stiftung Warentest und anderen Quellen. Bei den hier genannten konkreten Versicherungsangeboten handelt es sich um die in diesen Artikeln vorgestellten besonders günstigen Varianten, aber auch andere Anbieter sind natürlich ähnlich preiswert.

1. Reisegepäckversicherungen müssten von den Eltern individuell abgeschlossen werden. Die Stiftung Warentest empfiehlt sie nicht, da die Klauseln un­günstig sind, und sie über die Hausratsversicherung ohne­hin oft schon gegeben sind.

2. Auslandskrankenversicherungen sind wichtig und dringend empfohlen wegen nicht gedeckter erhöhter Krankheitskosten im Ausland, vor allem aber für den möglichen Fall eines Krankenrücktransportes bei Erkrankung. Beide Kosten sind nicht über die Schule gedeckt (nur der Unfallschutz incl. eines medizinisch notwendigen Rücktransportes bei einem Unfall), und sie werden üblicherweise auch nicht von den Krankenversicherungen übernommen. Die Varianten sind vielfältig: Gesetzlich und freiwillig Versicherte haben bei Reisen in die Länder der EU Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Kassen des Gastlandes. Sie müssen dafür im Behandlungsfall einen Auslandskrankenschein vorlegen, der vor der Reise bei der jeweiligen Kasse besorgt werden muss. Alternativ können bei den meisten Kassen die Kosten bar bezahlt und (nach deutschen Gebührensätzen) nachträglich abgerechnet werden. Oft sind aber uns selbstverständliche Leistungen in den Kassenbestimmungen des Gastlandes nicht vorgesehen und später dann auch nicht erstattungsfähig. Deshalb empfiehlt sich dringend eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung, die alle möglichen Kosten für eine Behandlung übernimmt, inklusive eines notwendigen Krankenrücktransportes auch bei einer Erkrankung ohne Unfall. Für privat Versicherte besteht dieses Problem ganz ähnlich. Die Krankenkosten müssen vor Ort bar bezahlt werden. Das übernehmen die begleitenden Lehrer und Lehrerinnen. Sie sorgen auch für die später notwendigen Belege. Die Schule erwartet dann die zeitnahe Rückerstattung, unabhängig von der möglichen Versicherungsleistung. Die Leistungen bei Auslandsbehandlung sind je nach privater Versicherung unterschiedlich geregelt, manchmal sogar mit Einschluss eines Krankenrücktransportes. Wir empfehlen sehr dringend die Überprüfung Ihrer individuellen Versicherungsbedingungen vor Fahrtantritt. Wir weisen auch darauf hin, dass die Unfallversichrung der Schule nur gilt für den schulischen Teil der Fahrt, also nicht für Aktivitäten der Freizeit, private Besorgungen, persönliche Verrichtungen wie Waschen und Essen und generell die Nachtstunden.

Die Versicherungen bieten als Auslandsschutz Kurzzeitverträge und Jahresverträge, Einzelpersonen- und Familienversicherungen an. Kurzzeitverträge sind besonders preiswert. Die Stiftung Warentest (6/07) empfiehlt z.B. die Online-Buchung bei der HUK24 (www.huk24.de). Je Jahr und Person kostet der Versicherungsschutz hier 6 Euro (buchbar bis wenige Tage vor Fahrtbeginn). Eine Versicherung für die ganze Familie ist noch günstiger. Kurzzeitverträge lohnen sich in der Regel nicht. In dem Reiseschutz-Paket für Schülerreisen (s.u.) ist eine Auslandskrankenversicherung enthalten. Als Nachweis gegenüber Arzt und Krankenhaus gilt die Police (mitnehmen). Für die Erstattung braucht man später eine detaillierte Rechnung mit Diagnose, Art, Preis und Datum der Therapie. Belege für Medikamente müssen den Preis und einen Quittungsvermerk enthalten. Bei schweren Krankheiten oder sogar einem Reiserücktransport muss die Versicherung telefonisch vorab eingebunden werden (Notfall-Telefon-Nr. mitnehmen).

3. Reiserücktritt nach einer verbindlichen schriftlichen Anmeldung führt je nach Zeitpunkt meist zu erheblichen Stornokosten, die von den betroffenen Eltern getragen werden müssen. Oft sind 50% und mehr der Kosten nicht mehr abwend­bar. Reiserücktritts­kostenversicherungen zahlen diese Stornokosten, wenn­ die Reise wegen eines wich­tigen Grundes nicht angetreten werden kann oder vor­zeitig abge­bro­chen werden muss. In der Regel wird eine Selbstbeteiligung verlangt. Deshalb lohnt diese Versicherung nur für teurere, also vor allem Auslandsfahrten. Als ‚wich­tiger Grund' für einen Nicht­antritt der Reise zählt, wenn der Ver­si­cher­te oder ein naher Ange­höriger einen schweren Unfall hatte oder uner­wartet und schwer erkrankt. Bei der Schüler-Gruppen­ver­sicherung der Euro­päi­schen Reiseversicherung gilt auch eine Nichtversetzung und eine Abmeldung wegen Umzug als Grund. Das ist bei privat abgeschlossenen Versicherungen nicht der Fall. Diese Ver­sicherung kann nur kurz nach der ersten Teilbu­chung­ über die Schule abge­schlossen werden. Deshalb muss derFahrtleiter frühzeitig zusam­men mit der schrift­lichen Anmeldung von den Eltern über einen solchen Versiche­rungswunschin­formiert wer­den. Ein nach­träglicher Abschluss ist nicht möglich. Die Schule schließt dann den Vertrag ab (www.reiseversicherung.de). Die Kosten rich­ten sich nach dem Gesamt­reise­preis (z.B. bei 300 Euro Fahrtkosten: 5 Euro für Reiserücktritt). Bei Jugend­herbergs­unterkunft kann bei der Buchung durch den Fahrtleiter auch direkt (über DJH) besonders günstig nur die Unter­kunft versichert werden (0,83 € je Person/Reise). Ausdrücklich sei auch darauf hingewiesen, dass bei (Billig-)Flügen alle zusätzlichen Kosten wg. ausfallender Flüge (Ersatzflüge, Unterkunft, Verpflegung) nur selten von den Fluggesell­­schaften erstattet werden, und in diesem Fall dann von den Fahrteilnehmern selbst getragen werden müssen.