Schulunfälle

Schulunfälle



Gesetzliche Schüler-Unfallversicherung:

Durch das Schüler-Unfallversicherungsgesetz sind alle Schüler in die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) einbezogen. Damit stehen ihnen bei Unfällen Leistungen zu, ohne dass hierfür Beiträge von den Schülern erhoben werden. Die Finanzierung erfolgt im wesentlichen aus Steuermitteln.

Bedingung für eine Anerkennung als "Schulunfall":

- von außen einwirkendes Ereignis (also nicht Krankheit)
- Schüler der Schule 
- Körperschaden durch das Ereignis
- schulische Veranstaltung, d.h. im Rahmen des Stundenplans oder einer durch den Schulleiter dazu erklärten Sonder-
  veranstaltung (im organisatorischen Einfluss der Schule, Aufsicht notwendig)

Im organisatorischen Einfluss der Schule sind alle Tätigkeiten innerhalb des Verantwortungsbereichs der Schule, also Unterricht, Prüfungen, AGs, Pausen, Freistunden, sonstige Schulveranstaltungen, SV, Betriebspraktika, alles immer einschließlich der Wege von und zum Ort der Schulveranstaltung.

Ein Unfall innerhalb des Schulgebäudes zur Schulzeit ist immer ein Schulunfall (wegen der Aufsicht auch bis 1/4 Stunde vor und nach Schulzeit). Ein Unfall auf dem Schulgelände nachmittags ist also nicht versichert, wenn nicht Nachmittagsunterricht oder eine ausdrückliche Schulveranstaltung vorliegt.

Nicht versichert ist eigenwirtschaftliches Handeln, also alle Tätigkeiten, die - auch wenn sie mit dem Schulbesuch entfernt zusammenhängen - im wesentlichen dem privaten Lebensbereich des Schülers zuzuordnen sind: d.h.

- nicht: Anfertigen der Hausaufgaben nach Schulschluss
- nicht: privater Nachhilfeunterricht
- nicht: erlaubtes und unerlaubtes Verlassen des Schulgeländes
- nicht: das eigentliche Essen (also z.B. Gräte verschluckt)
- in der Regel auch nicht Kurstreffen in Privathaus
- ebenfalls nicht Zeit 'zur freien Verfügung' bei Klassenfahrt

Außerhalb des Schulgeländes ist immer entscheidend, ob eine 'schulische Tätigkeit' vorliegt: z.B. nicht die eigentliche Nachtruhe in der Jugendherberge (es sei denn alle ungewöhnlichen speziellen Situationen, z.B. das Etagenbett), nicht das Verschwinden nachts aus der Jugendherberge oder die Kissenschlacht nach der Anordnung von Nachtruhe, nicht Austauschschüler im Haus der Gasteltern, wohl aber außerhalb der Haustür am Gastort (z.B. Weg zur Schule). Versichert sind auch durch die Schule organisierte Freizeitaktivitäten.

Versichert ist auch eine mutwillige Schädigung durch Mitschüler, da die Ursache für den Versicherungsschutz unerheblich ist. Darum erfolgt auch kein Regress der Versicherung beim Verursacher (möglich ist allerdings eine Ordnungsmaßnahme der Schule und eine zivilrechtliche Klage des Geschädigten). Allerdings darf der Grund wieder nicht deutlich unabhängig vom Schulbesuch sein. Nicht versichert ist also der eigene Schaden eines 16-jährigen, der wegen der Freundin auf dem Heimweg einen Mitschüler angreift.

Ein Wegeunfall gilt nur für den Normalweg Schule/Haus (Lebensmittelpunkt), die Mitfahrt zum Freund ist nicht versichert. Der direkte verkehrsgünstigste Weg ist notwendig (dabei ist unerheblich, wie der Schüler diesen Weg zurücklegt). Der Weg muss wegen der Schule angetreten worden sein, er muss zeitlich zur Aufnahme oder Beendigung des Schulbesuchs gehören (d.h. Umwege sind nicht versichert, es sei denn, sie sind ganz unerheblich). Eine unschädlich kurze Unterbrechung selbst ist nicht versichert, der Schutz setzt dann bei Wegfortsetzung wieder ein.

Diese Information ist verkürzt und nicht verbindlich. Die genauen Versicherungsbestimmungen können im Schulsekretariat während der Öffnungszeiten eingesehen werden.