Sonderpreis "Jugend forscht Schule 2010" Deutschlands

Außergewöhnlich erfolgreich war das St. Michael-Gymnasium auf dem 45. Bundeswett­bewerb Jugend forscht 2010 in Essen. Seine Schüler und das Gymnasium selbst wurden mit sechs hoch­wertigen Preisen ausgezeichnet.

Als beste deutsche Jugend forscht Schule 2010 erhielt das St. Michael-Gymnasium den Preis „Jugend forscht Schule 2010" der Kultus­minister­konferenz der Länder. Schulleiter Paul Georg Neft konnte die Jury, bestehend aus Ländervertretern und einer Vertreterin der Stiftung Jugend forscht, mit unserer 25jährigen erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb Jugend forscht und unserem Schulprogramm überzeugen.

In der Laudatio heißt es: "Das Städtische St. Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel zeichnet sich durch eine breite Angebotspalette aus, die allen Schülerinnen und Schülern eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet, individuelle Interessen und Begabungen zu entwickeln und zu vertiefen. Besondere Erfolge bei Jugend forscht führen an dieser Schule zu großer Offenheit gegenüber nachhaltiger Leistungsbereitschaft. Diese wirkt als Ansporn und führt zu einer konstruktiven Konkurrenzsituation mit Wettbewerben in verschiedenen Fachbereichen. Aus dieser Gesamtkonstellation ergeben sich positive Synergieeffekte, von denen die gesamte Schulgemeinschaft profitiert."

Die von Physiklehrer Walter Stein betreuten Schüler Luca Banszerus und Michael Schmitz wurden mit ihrer Arbeit „Graphene Sensoring" Bundessieger Interdisziplinär. Zusätzlichen gewannen die beiden Physiker noch ein zweiwöchiges Forschungs­praktikum bei der ThyssenKrupp AG.

Sebastian Klick, Michael Garzem und Jens Nettersheim gewannen mit ihrer Arbeit „Die Redox-Flow-Zelle 2.0" gleich drei Preise. Sie belegten den zweiten Bundes-Platz im Fachbereich Chemie, gewannen den Zukunfts­technologiepreis der Bundesministerin für Bildung und Forschung und erhielten zusätzlich noch den Preis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.  Die Schüler wurden von Chemielehrerin Veronika Stein betreut.

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Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz vom 16.05.2010:

Kultusministerkonferenz vergibt Sonderpreis "Jugend forscht Schule 2010"

Das St. Michael-Gymnasium aus Bad Münstereifel hat den Sonderpreis „Jugend forscht Schule 2010"  der Kultusministerkonferenz erhalten. Es wurde am Sonntag in Essen für seine umfassenden und erfolgreichen Aktivitäten ausgezeichnet, junge Menschen zu Höchstleistungen in der Forschung zu motivieren. Die Stellvertreterin des Generalsekretärs der Kultusministerkonferenz, Dr. Angelika Hüfner, überreichte den mit 3.141,59 Euro - analog der Zahl Pi - dotierten Sonderpreis: „Uns ist es besonders wichtig, die wunderbaren Einzelleistungen der jungen Forscher einzubetten in die umfassende Arbeit der gesamten Schule und ihrer Partner. Die Talente sind da. Um sie zu finden und zu fördern, braucht es aber die Zusammenarbeit aller."

Der Preis „Jugend forscht Schule des Jahres" der Kultusministerkonferenz wird seit 2007 verliehen. Damit sollen gezielt Schulen unterstützt werden, die nachhaltig Strukturen schaffen, die altersadäquat und zeitgemäß die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den durch Jugend forscht geförderten Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik stärken.

  preisverleihung

Vorstellung des St. Michael-Gymnasiums für den Sonderpreis:

Wettbewerbe und Begabtenförderung im Schulprofil des St. Michael-Gymnasiums Bad Münstereifel

Ein zentrales Ziel des Schulprogramms am Städt. St. Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel ist es, besondere Interessen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler zu wecken und zu fördern, um so auch außer­gewöhnliche Leistungen zu ermöglichen und zu unterstützen. Dazu eignen sich Wettbewerbe in besonderem Maße.

Mit zur Zeit ca. 875 Schülerinnen und Schüler aus einem großen Umland ist das St. Michael-Gymnasium nicht besonders groß und eher überschaubar. Die durchgehend dreizügige Schule bietet zwei Schullaufbahnen an. In ei­nem Zweig (zwei Klassen) wird für darin begabte Kinder das naturwissenschaftliche Angebot verstärkt. In zusätzlichen Profilkursen und Arbeitsge­meinschaften sollen die Schüler und Schülerinnen Anregungen und Kenntnisse erhalten, die sie motivieren, in späteren Jahren an den vielfältigen naturwissenschaftlichen Projekten der Schule mitzuarbeiten. In einem bilingual deutsch-englischen Zweig (eine Klasse) wird das sprachliche Angebot betont. In diesem Zweig wird bis zum Abitur verstärkt Englisch unterrichtet, indem ein Teil des Unterrichtes in englischer Sprache erteilt wird. Vor allen differenzierten Angeboten steht das Ziel der Schule, insgesamt möglichst guten Unterricht zu bieten. Ein Zeichen dafür ist, dass das St. Michael-Gymnasium bei vergangenen Lernstandserhebungen von der Kultusministerin mit einem Preis für besonders gute Leistungen ausgezeichnet wurde.

Der Stellenwert der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer zeigt sich auch im Wahl- und Differen­zie­rungs­bereich der Klassen 8 und 9. Verschiedene Kombinationen werden seit vielen Jahren angeboten, neben Latein als 3. Fremdsprache ein Kurs "Messen-Steuern-Regeln" (Physik/Informatik) und "Ge­wässer­ökologie" (Biologie/Chemie). In der Sekundarstufe II gibt es - wieder neben sprachlichen und künstlerischen Fächern - regelmäßig Leistungskurse in den Fächern Physik, Chemie und Biologie, was für eine Schule dieser Größen­ordnung nicht selbstverständlich ist. Zusätzlich werden in Arbeitsgemeinschaften und Projektgruppen Aktivitäten über den eigentlichen Unterricht hinaus entfaltet. Damit konnte die Schule über viele Jahre große Erfolge im Wettbewerb ‚Jugend forscht' und anderen über­regionalen Wettbewerben erringen. So erhielt die Schule über viele Jahre regelmäßig bis zum Preisende den Sonder­preis des Bundes­ministers für Wissen­schaft und Forschung als 'beson­ders aktive Schule im Bereich der Natur­wissenschaf­ten' für viele überregionale und nationale Preise, z.B. Bundessiege und viele Landessiege beim Wett­bewerb ‚Jugend forscht'. Auch in diesem Jahr haben sich fünf Schüler als Landes­sieger in Physik und Chemie für den Bundeswett­bewerb ‚Jugend forscht' in Essen qualifiziert und dann in Essen einen Bundessieg und einen zweiten Platz errungen. In den vergangenen sieben Jahren waren es insgesamt 21 Schülerinnen und Schüler, die in Teamarbeit drei Bundessiege, zwei zweite, einen dritten und einen fünften Platz auf Bundes­ebene, sowie viele Landessiege und Sonder­preise erkämpften. Dazu kommen eine Menge überregionaler Wettbe­werbs-­Erfolge in Mathematik (Mathematik-Olympiade, Känguru-Wettbewerb), Chemie (Umweltpreis Euskirchen, Chemie entdecken), Biologie und zu­nehmend auch in künstlerischen Bereichen, ‚Jugend debattiert', den Sprachen und der Geschichte. Beson­ders erfreulich war in diesem Jahr nicht nur die Teilnahme für das Land Nordrhein-West­falen beim Siemens-Wettbewerb „Energie-Genies der Zukunft" in München, sondern auch ein zweiter Platz des Schulchores beim Landes-Chorwett­bewerb. Möglichst viele Schülerinnen und Schüler sollen sich außerhalb der eigentlichen Schule mit anspruchsvollen Leistungen öffentlich bewähren und sich für neue Anstrengungen motivieren.

Ganz wichtig ist uns dabei auch die Förderung von Mädchen im naturwissenschaftlichen Umfeld. In allen Jahren waren in den Siegergruppen auch immer maßgeblich Mädchen beteiligt, was sich z.B. in diesem Jahr auch wieder mit dem Landes-Sonderpreis für die „herausragende technisch orientierte Arbeit von Mädchen" zeigt. Eine ähnliche För-derung gilt den Schülerinnen und Schülern, die von Realschulen der Umgebung an das St. Michael-Gymnasium kommen. So sind zwei Mitglieder des Landessiegerteams Chemie in diesem Jahr Quereinsteiger aus der Realschule. Zu den Fördereinrichtungen gehört auch ein Projekt im Rahmen von Akademiekursen, bei dem Schülerinnen und Schüler professionell zu Lerncoaches ausgebildet werden, die dann individuell zugeordneten jüngeren Schülerinnen und Schülern eine Supervision bieten. Dieses Modell wurde auch schon in pädagogischen Fachzeitschriften vorgestellt.

Das forschende Lernen wird von Anfang an im Schulprofil gefördert. Schon in den Klassen 5 und 6 können die Schü­lerinnen und Schülern an Naturwissenschaftskursen teilnehmen, in denen schuluntypische Themen (z.B. Astro­nomie) eine wichtige Rolle spielen und in denen inzwischen sogar schon schulinterne Wettbewerbe mit pfiffigen Auf­gaben aus­geschrieben sind. So wurden vor kurzem Wettbewerbe durchgeführt, bei denen ein selbstge­bautes Fahrzeug eine maximale Strecke mit Hilfe einer Mausefalle zurücklegen sollte. In einem anderen Beispiel sollte mit Wasser­kraft eine Kerze angezündet werden. Wichtig ist, dass solche schulinternen Wettbewerbe auch die Väter und Mütter anstecken.

Im Laufe der Zeit konnte mit Hilfe der Preisgelder und externer Sponsoren ein Budget erreicht werden, das die (sparsam honorierte) Einbindung von ehemaligen Schülern als Assistenten in die Gruppenbetreuung er­möglichte. Als Studenten der RWTH Aachen waren sie qualifiziert genug und als ehemalige Mitstreiter er­fahren genug, die z.T. noch jungen Wettbewerbsteilnehmer individuell zu fördern. Nur so war es möglich, kontinuierlich über 25 Jahre hinweg insgesamt 181 Teams mit rund 340 Teilnehmern in die regionalen ‚Jugend forscht'-Wettbe­werbe zu schicken. Jeden Freitagnachmittag ist an der Schule ‚Jugend forscht'-Zeit, in der meist über 10 Teams arbeiten.

Mit dieser großen Teilnehmerzahl ist das St. Michael-Gymnasium seit einigen Jahren auf zwei Regionalwett­bewerbe aufge­teilt. So ist die hausinterne Konkurrenz ein wenig abgeschwächt. In diesem Jahr traten fünf Teams beim Regionalwett­bewerb in Köln an und sechs Teams beim Regionalwettbewerb in Düsseldorf. Dass sich fünf Teams dann beim Lan­des­wettbewerb wieder sahen und z.B. in Physik dann ‚gegeneinander' den ersten und zweiten Platz belegten, zeigt neben dem Landessieg in Chemie, also 2 Bundesteilnahmen, die große Leistungsfähigkeit.

Auch die Tatsache, dass ein Team von zwei Schülern aus der 7. Klasse als Gewinner des Juniorwettbe­werbs ‚Schüler experimentieren' für den Wettbewerb ‚Jugend forscht' hochgestuft wurde und dann beim Landes­wett­be­werb den zweiten Preis in Technik gegen die deutlich ältere Konkurrenz gewann, hat uns sehr erfreut.

Eine ganze Reihe Lehrerinnen und Lehrer sind bei den unterschiedlichen Wettbewerben beteiligt. Spiritus rector ist dabei Herr Walter Stein, der nicht nur im Jahr 2001 der erste ‚Lehrer des Jahres' der Jugend-forscht-Stiftung war, sondern auch 2006 auf dem IdeenPark von Thyssen-Krupp in Hannover mit dem Preis  „Ideenmacher 2006" und in München mit dem Lehrerpreis der Helmholtz-Gemeinschaft ausgezeichnet wurde. 2008 wurde er und vier seiner Jugend-forscht-Schüler für das Projekt „Nanotechnology and School" auf dem internationalen „Science of Stage" in Berlin mit dem Preis der European Physical Society ausgezeichnet.

Dass er seine Erfahrungen mit dem Modellprojekt „Miniforschung am St. Michael-Gymnasium", das jetzt in einem neuen Anbau auch eigene Räumlichkeiten bekommt, schon in vielen Fortbildungen weitergegeben hat, versteht sich fast von selbst. Als Beispiel seien hier seine von 1998 - 2000 durchgeführten Fortbildungen an der Deutschen Schule in Madrid genannt. Das St. Michael-Gymnasium stand mit seinem Konzept der Begabten­förderung im naturwissen­schaftlichen Bereich Pate bei der Gründung des Jugend-forscht-Regio­nalwettbewerbs Iberia, an dem seit 2001 die 11 deutschen Schulen der iberischen Halbinsel teilnehmen. Die Sieger dieses Wettbewerbs nehmen am Landeswett­be­werb ‚Jugend forscht' und ‚Schüler experimentieren' in Nordrhein-West­falen teil. 2008 gewann die Deutsche Schule Madrid beim weltweiten Wettbewerb der IHK „Schüler bauen Brücken" mit ihrem Projekt „Jugend forscht Iberia" den mit 15000 € dotierten 3. Preis, der vom damaligen Bundes­außen­minister Steinmeier in Berlin überreicht wurde.

Die lange Tradition und die Erfolge mit ‚Jugend forscht' führten im Jahr 2003 auch dazu, dass ein internationaler Werbefilm der Goethe-Institute über diesen Wettbewerb beispielhaft an unserer Schule gedreht wurde.

Ein wichtiges Element der naturwissenschaftlichen Arbeit sind die Kontakte zu Universitäten und For­schungs­ein­richtungen der Umgebung. So suchen alle Wettbewerbsteilnehmer, gezielt unterstützt, den beratenden Kontakt zu wissenschaftlichen Instituten. Oft waren damit auch Fahrten zu den Instituts­orten verbunden, was bleibende Erfah­rungen in den wissenschaftlichen Betrieb ermöglichte. Mehrtägige Labor­arbeit, oft verbunden mit einem Vortrag in einem Kolloquium, schufen enorm viel Motivation, sich wieder neu in die Arbeit zu stürzen. Auch auf sprachlichem Gebiet gibt es diesen Austausch. So wurde in diesem Jahr (neben den Partnerschaften zu Schulen in England/Kent und Frankreich/Bretagne) ein Kooperationsvertrag mit der staatlichen Nekrassow-Universität in Russland geschlossen.

Ebenso fruchtbar sind Vorträge von Professoren aus Bonn und Aachen in der Schule, um die Hemm­schwelle zu senken, selbst aktiv zu werden. So gibt es regelmäßig Vorträge der Mathematiker aus Bonn (zuletzt Prof. Purkert über „Das Erfassen der Unendlichkeit auf mengentheoretischer Basis"). Großen Schülergruppen wird damit eine akade­mische Welt er­schlossen, die sie prägt, selbst wenn sie später andere Ausbildungswege einschlagen. Das gilt auch für die vielfältige enge Zusammenarbeit mit der benachbarten Sternwarte Effelsberg, dem Forschungszentrum Jülich und dem RWE, der Thyssen-Krupp-AG, sowie regional mit der Fa. Fettchemie Greven.

Das Ergebnis von 25 Jahren intensiver Teilnahme am Wettbewerb ‚Jugend forscht' zeigt sich nicht nur in der Zahl von Preisen. Ein Ergebnis ist auch, dass viele ehemalige Teilnehmer und Teilnehmerinnen heute an der RWTH Aachen und anderen technischen Universitäten studieren oder längst neue Erfolge in naturwissenschaft­lichen oder technischen Berufen haben. Diplomanden und Doktoran­den haben uns berichtet, dass ihre Erfah­rungen in den ‚Miniforscher"-gruppen des St. Michael-Gymnasiums aus­schlag­gebend für die naturwissen­schaft­liche Studien- und Berufswahl waren. Dass dabei auch wissenschaftliche Spitzenkarrieren herauskamen, bestätigt uns noch mehr. So konnte unser ehemaliger Schüler Eric Plum nach diversen Auszeichnungen bei Landes­wett­bewerben und dem Bundes­wettbewerb ‚Jugend forscht' im vergangenen Jahr dann den international hoch dotierten  Marconipreis als Marconi Society Young Scholar 2009 durch die Marconi Society in Mailand in Empfang nehmen. Dass dazwischen ein Studium als Fulbright-Stipendiat in Mexiko und Southampton mit der Promotion und einem Lehrauftrag als PostDoc am EPSRC Centre for Nanostructured Photonic Metamaterials an der University of Southampton liegen, ist nur ein Beispiel dafür.

Eine vollständige Liste aller Jugend-forscht-Arbeiten der letzten 25 Jahre findet sich auf der Homepage der Schule. (www.stmg.de / dort ‚Jugend forscht'), wo alle Teil­nehmer, Er­gebnisse, Preise und auch alle Arbeiten am St. Michael-Gymnasium im Detail zu finden sind.

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Die Bundessieger mit dem Schulleiter Herrn Neft  und ihren Betreuern Frau und Herrn Stein

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Michael Garzem, Sebastian Klick, Jens Nettersheim und Frau Stein

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Luca Banszerus, Michael Schmitz und Herr Stein

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

 

 
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