Mit einem erweiterten Schulkonzert feierte das St. Michael-Gymnasium am 12. und 13. Juni sein 400-jähriges Bestehen. Die traditionellen Musikensembles Schulorchester, Chor und Jazz-AG wurden in diesem Jahr durch abwechslungsreiche Beiträge ergänzt, die die Vielfalt des musikalischen Lebens an unserer Schule eindrucksvoll präsentierten. 

Bemerkenswert war dabei das Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie der betreuenden Lehrkräfte: Alle beteiligten Ensembles und Gruppen – von den langjährig etablierten Formationen bis hin zu den eigens zum Schuljubiläum gegründeten Projekten wie Lehrerchor, Tanz-AG und Musikfachschaft – hatten sich ein ganzes Schuljahr lang auf diesen besonderen Auftritt vorbereitet und dabei viel Zeit und Energie investiert.

Den Auftakt machte das Schulorchester unter der Leitung von Miriam Weuthen-Heffels. Mit „Scorpion“, „Slow Motion“, „Rhythm and Blues“, „Close Finish“ und „Mah-nah-mah-nah“ spannte das Ensemble einen musikalischen Bogen von kraftvollen Rhythmen bis zu humorvollen Klängen. Besonders das letzte Stück sorgte für sofortige Begeisterung im Publikum – gute Laune und Mitwippen waren garantiert. Beim Shanty „Wellerman“ brillierte Benjamin W. (10b) in einem Solo an der Klarinette. Tatkräftig unterstützt wurde das Orchester in diesem Jahr von unserem Musikreferendar Severin Schopen, der die Musizierenden unter anderem am Tamburin begleitete. 

Anschließend betraten die Tänzerinnen der Jahrgangsstufe 8 die Bühne. Unter der Leitung von Rebecca Heller interpretierten sie ein von Vivaldi inspiriertes leicht melancholisches Streicherstück eindrucksvoll in Bewegung und harmonischen Tanzbildern.

Wie lebendig die musikalische Nachwuchsarbeit an der Schule ist, zeigte der Chor unter der Leitung von Sylvia Paustian. Viele neue Sängerinnen und Sänger aus den Klassen 5 und 6 standen in diesem Jahr erstmals auf der Bühne. Der Chor eröffnete mit „A Million Dreams“ (P!nk), dessen Höhepunkt ein Solobeitrag von Jette N. (Q1) war. Einen weiteren eindrucksvollen Solomoment gestaltete Matilda G. (9b) mit „Dynasty“ von MIIA. Mit „Lasse reden“ von den Ärzten und „We Go Together“ aus Grease zeigte der Chor seine Vielseitigkeit. „Je veux“ von Zaz stellte vor allem die jüngeren Schülerinnen und Schüler dabei auch sprachlich vor besondere Herausforderungen, die sie mit Bravour meisterten. 

Der Chor der älteren Jahrgänge ab Klasse 9 wagte sich an ein besonders originelles und anspruchsvolles Arrangement, dem intensive Probearbeit vorangegangen war: „Wannabe“ von den Spice Girls – als Madrigal im Stil der Renaissance. Diese ungewöhnliche Verbindung sorgte für große Aufmerksamkeit im Publikum, da sie zugleich vertraut und fremd wirkte. „This Is the Greatest Show“ bildete schließlich ein mitreißendes Finale des Chorblocks.

Die Musikfachschaft, bestehend aus Sebastian Braun, Sylvia Paustian, Volker Priwitzer und Miriam Weuthen-Heffels, bewies eindrucksvoll, dass sie nicht nur Musik unterrichtet, sondern auch selbst mit Begeisterung musiziert. Billy Joels gefühlvolle Ballade „And So It Goes“ sorgte für einen der intensivsten Momente des Programms und zeigte die musikalische und stimmliche Vielfalt der Musiklehrerinnen und -lehrer.

Passend zum Jubiläumsjahr blickte die Jazz-AG unter der Leitung von Sebastian Braun auch auf ihre eigene Geschichte zurück. Zu hören war unter anderem das erste Stück, das die Jazz-AG vor etwa 15 Jahren gespielt hatte – damals noch als zeitlich begrenztes Projekt gedacht, das aus einer Schülerinitiative entstanden war: „Feeling Good“, in diesem Jahr souverän interpretiert von Johanna P. (9c). Auch Wivien N. (EF) erinnerte mit Amy Winehouses „Back to Black“ an die frühen Jahre der Jazz-AG, in denen Songs der britischen Sängerin regelmäßig auf dem Programm standen.

Balladen, seit jeher ein Markenzeichen der Jazz-AG, durften auch beim Jubiläumskonzert nicht fehlen. Mit ihrer Interpretation von Snow Patrols „Run“ sorgte Mila S. (Q1) für einen emotionalen Moment. Gleichzeitig zeigte Malika A.-G. (7c) mit „WYA“ von Leah Kate, dass die Jazz-AG auch moderne Popmusik souverän aufgreift – mit einer außergewöhnlich lässigen, selbstbewussten Bühnenpräsenz. Einen Einblick in die Entwicklung der Stücke und zugleich in das Vorgehen und die Arbeitsweise der Jazz-AG lieferte „Dark Side“, gesungen von Matilda G. (9b): Nach mehreren Versionen als Klavierballade und als Popfassung erklang das Stück nun als Rocksong. Auch klassische Instrumente fanden ihren Platz: Der Popsong „SOS“ von ABBA wurde von Cello und Bratsche begleitet. Mara T. (5a) überzeugte mit bemerkenswertem Mut als jüngste Sängerin der Jazz-AG auf der großen Bühne und sang den Song gemeinsam mit ihrer Schwester Nele T. und Sophia B. (beide 8a).

Für große Begeisterung sorgten schließlich gleich zwei Premieren: Erstmals im Rahmen eines Schulkonzerts interpretierte Wivien N. (EF) „Dear Mr. President“ als Gitarrenballade, begleitet nur von Siljan W. A. (EF) an der E-Gitarre. Kurz darauf wurde es laut und energiegeladen, als Sebastian Braun gemeinsam mit Johanna P. (9c) bei „Song 2“ von Blur die Bühne rockte – unterstützt von einer begeisterten Jazz-AG, die diesen Moment tanzend am Bühnenrand feierte, nicht zuletzt deshalb, weil Sebastian Braun seine Frisur kurzerhand dem Song angepasst hatte.

Nicht weniger unterhaltsam wurde es beim Lehrerchor, der sich anlässlich des Schuljubiläums unter Sylvia Paustian formiert hatte. Mit einer humorvollen Umtextung von „Wochenend und Sonnenschein“ stimmte der Chor beschwingte und sommerliche Töne an. Anschließend brachte eine eigens von Volker Priwitzer komponierte Sprechmotette, die sich nahtlos an das Sprechstück „Personalia“ von Rautavaara anschloss, den Schulalltag auf pointierte und humorvolle Weise auf den Punkt und sorgte für viele Lacher im Publikum. 

Zum großen Finale versammelten sich schließlich alle Mitwirkenden auf der Bühne. In einer auf das St. Michael-Gymnasium zugeschnittenen Version von „Unser Stammbaum“ wurde die Botschaft des Abends und auch des Jubiläumsjahrs deutlich: Gemeinschaft, Vielfalt und Zusammenhalt prägen das Schulleben. Das Jubiläumskonzert zeigte nicht nur das musikalische Können der Beteiligten, sondern vor allem, was das St. Michael-Gymnasium ausmacht: eine lebendige Gemeinschaft, in der Talente Raum finden und sich entfalten können.

Text: Fr. Martini
Bilder: Herr. W. Mertens/ N. Schorn