Beim Jugend forscht Regionalwettbewerb, der am 18.02.2022 durch die Uni Bonn im Onlineformat durchgeführt wurde, wurden die Projekte des St. Michael Gymnasiums mit insgesamt fünf Preisen ausgezeichnet.

Somit sind wir auch in diesem Jahr wieder die erfolgreichste Schule unserer Region.

Die Themenfindung innerhalb der Jugend forscht Abteilung wurde in diesem Jahr besonders durch die Folgen der Flutkatastrophe beeinflusst, sodass direkt zwei Projekte mit entsprechender Thematik an den Start gingen.

Mikrowellen als Verfahren zur Bautrocknung

Felix Freis (Q1) untersuchte im Fachbereich Physik (Projektbegleitung: Herr Daniel Mertens), wie man Gebäude – die je nach Alter aus sehr unterschiedlichen Materialien erbaut sind – effizienter trocknen könnte, als mit herkömmlichen Bautrocknern. Hierzu baute er eine Mikrowelle zu einem Bautrockner um, der zugleich verschiedenste Materialien bis in die Tiefe trocknen kann und Schimmel durch die Mikrowellenstrahlung effektiv abtötet. Einzig die Energiekosten wären bei diesem Verfahren nicht konkurrenzfähig zum herkömmlichen Trocknungsverfahren.

Die Folgen der Fließgewässerverschmutzung beseitigen

Den zweiten Platz im Fachbereich Chemie und den Sonderpreis „Umwelt“ erhielt die Arbeit von Marian Justen (Q2) mit dem Thema „Das elektrolytische Wasserreinigungssystem mit unpolarisierbaren Elektroden“. (Projektbegleitung: Herr Daniel Mertens)

Anlass zu dieser Projektidee war die Verunreinigung unserer Fließgewässer durch die Flutkatastrophe im Juli 2021. Zu jenen Verunreinigungen zählen – neben ausgelaufenen Kraftstoffen – unter anderem auch freigesetzte Schwermetall-Kationen, die ganze Ökosysteme aber auch die menschliche Gesundheit nachhaltig schädigen können.

Das von Marian entwickelte Aufbereitungssystem zur Dekontamination von verunreinigten Fließgewässern basiert hierbei auf dem Prinzip der unpolarisierbaren Elektroden. Dieses erlaubt, spezifische Ionen gezielt und bei sehr niedrigen Spannungen aus dem Wasser zu entnehmen, ohne dass dabei Verunreinigungen durch Fremdmetalle auftreten. So können beispielsweise umweltgefährdende Kupfer-, Zink-, oder auch Blei-Kationen zielgenau dem Gewässer entzogen und gegen nicht umweltschädliche Magnesium-Kationen ausgetauscht werden.

Pflanzen gegen Dürreereignisse resistenter machen

Rufus Wegner (Q2) beschäftigte sich unter Betreuung von Herrn Weiler mit der Frage, wie man Pflanzen robuster gegen die Folgen des Klimawandels aufstellen könnte. Durch den Klimawandel werden beispielsweise Dürreereignisse in Deutschland wahrscheinlicher – mit weitreichenden Folgen für die Landwirtschaft.

In dem Projekt „Die Wechselertrags-Polykultur (WEP)“ untersuchte Rufus über insgesamt 2,5 Jahre hinweg, ob und wie diese Methode als Baustein für agrarische Anbaumethoden ökologischen und ökonomischen Nutzen vereinen kann, indem sie ertragssteigernd den Bodenwasserhaushalt hin zur Dürreresilienz beeinflusst.

Die im Rahmen des Projektes äußerst umfangreichen und tiefgründigen bodenkundlichen, ökologischen und arbeitspraktischen Betrachtungen, die Entwicklung des eigentlichen Grundkonzeptes der WEP, deren Erprobung in einem einjährigen Experiment sowie die Entwicklung/Anpassung bodenkundlicher Analyseverfahren und Methoden der Dokumentation beeindruckten die Jury sehr und führten zu der Verleihung des ersten Platzes im Fachbereich Biologie und der Qualifikation für den Landeswettbewerb.
Besonders hervorzuheben ist dabei, dass diese Arbeit die einzige im gesamten Jugend forscht Regionalwettbewerb ist, die zum Landeswettbewerb zugelassen wurde.

Darüber hinaus wurde diese Arbeit aufgrund ihrer hervorragenden Qualität zusätzlich mit den Sonderpreisen „Umwelttechnik“ und „Biomedizin“ ausgezeichnet.

Wir gratulieren unserer Jungforschern ganz herzlich zu diesen tollen Erfolgen!

Text und Fotos: #Team JuFo